Was ist tiergestüzte Pädagogik?
Unter tiergestüzte Pädagogik werden Interventionen im Zusammenhang mit Tieren subsumiert, welche auf der Basis konkreter, kinderorientierer Zielvorgaben Lernprozesse initiieren, durch die schwerpunktmäßig die emotionale und die soziale Komponente des Kindes verbessert werden soll. Sie werden durchgeführt von ExpertInnen im pädagogischen Bereich unter Einbezug eines Tieres, welches für den Einsatz spezifisch trainiert wurde. Ziel der tiergestüzten Pädagogik ist die Initiierung und Unterstützung von sozial-emotionalen Lernprozessen, das heißt Ziel ist der Lernfortschritt in diesen Bereichen. (Zitiert aus Vernooij/Schneider: Handbuch der Tiergestützten Intervention - Grundlagen, Konzepte, Praxisfelder)

Was wird mit tiergestüzter Pädagogik erreicht?
Tiergestüzte Pädagogik versucht durch den Einsatz von Tieren folgende Eigenschaften und Fähigkeiten bei Kindern anzubahnen, zu fördern bzw. zu festigen: sich selbst zu motivieren, bei Enttäuschungen nicht aufzugeben, Impulse zu unterdrücken, Stimmungen zu regulieren und Empathie empfinden zu können. Sie kann eigene Emotionen bewusst machen, zeigen wie man angemessen damit umgeht und wie man sie in erfolgreiche Handlungen umwandelt. Konkret kann man mit tiergestützter Pädagogik in folgenden Bereichen arbeiten und dort Erfolge erzielen:
- Motorik und Körpergefühl: Förderung der Bewegungsfreudigkeit, Verbesserung der körperlichen Ausdrucksfähigkeit
- Kognition und Lernen: Fähigkeit zur Analyse von sozialen Situationen fördern, Reduzierung sozialer Ängste, Übertragung positiver Erfahrungen in der Mensch-Tier Beziehung auf andere zwischenmenschliche Beziehungen
- Wahrnehmung: gezielte Lenkung der Wahrnehmung, Verbesserung der Wahrnehmungsqualität, Verbesserung der Konzentration und Aufmerksamkeit
- Soziabilität: Rücksichtnahme und soziale Sensibilität können erhöht werden, soziale Ängste können abgebaut werden, Balance zwischen Ego- und Altruismus kann gefunden werden, Stärkung des Selbstwertgefühls
- Emotionalität: positive Gefühle hervorrufen, Kontaktsperren abbauen, Beruhigung und Entspannung
- Sprache und Kommunikation: Laut- und Wortproduktion anregen, Förderung der Körpersprache, Tier als Kommunikationspartner
(Vgl. Vernooij/Schneider: Handbuch der Tiergestützen Intervention – Grundlagen, Konzepte, Praxisfelder)

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