Home > Einsatzmöglichkeiten
Einsatzmöglichkeiten

"Wer aber, von menschlichen Schwächen enttäuscht und verbittert, seine Liebe der Menschheit entzieht und sie an Hund oder Katze wendet, begeht zweifellos eine schwere Sünde, eine soziale Sodomie sozusagen." - Konrad Lorenz

Warum Tiere uns Menschen in tiefster Seele ansprechen:
Die bloße Anwesenheit von sich ruhig verhaltenden Tieren wird als beruhigend erlebt. Dies ist wohl ein Erbe unserer Vorfahren, denn wenn die Tiere sich ruhig verhiel-ten, war keine Gefahr in Verzug. Einige Wirkungen auf Menschen sind für alle PatientInnen zutreffend:

Dr. Gerda Wittman sagt: "Die wichtigste tiertherapiespezifische Veränderung ist

  • die Besserung depressiver Verstimmungen
  • das Tier erlaubt Körperkontakt
  • es lenkt ab
  • es sucht und schenkt Liebe
  • es weiss nichts von Krankheit und benimmt sich infolgedessen "normal", (während ein menschlicher Partner, bewusst oder unbewusst Körpersignale aussendet, welche die Störung beim Kranken eventuell noch verstärken)
  • es verbessert das therapeutische Klima auf einer Station es ermuntert zu körperlicher und geistiger Arbeit

Die Wirkung der Hunde auf kranke Menschen soll aber nicht verall- Gemeinert werden, denn so unterschiedlich, wie das Alter, die Menschen und die Krankheiten, sind auch die damit verbundenen Bedürfnisse.

Zielgruppen

Kinder

Ältere Menschen

Menschen mit Beeinträchtigungen

Zur Rehabilitation

Strafgefangene


Kinder

Tiere regen die Phantasie und Erlebnisfähigkeit von Kindern an, und bringen ein Stück Natur näher. Tiere spielen auch in der Symbolwelt von Kindern eine große Rolle, als Freund, Beschützer, etc.. Kinder und Tiere verstehen einander ohne Worte. Besonders verhaltensauffällige Kinder kann man gut mit Tieren beeinflussen. Ein Hund setzt klare Grenzen, Kinder respektieren das viel eher, als wenn ein Erwachsener kritisiert.

Tiere erziehen zu Verantwortung und Geduld, sind aber auch selbst sehr geduldig. Tiere wollen umworben werden, biedern sich aber nicht an. Umso stärker wirkt die Erfahrung gewonnener Zuneigung. Tiere senden keine Signale der Ablehnung aus. Sie werden deshalb von Kindern nicht wie LehrerInnen oder BetreuerInnen ambivalent erlebt.

Auch bei Kindern wirkt die Präsenz eines Tieres blutdrucksenkend und stressreduzierend. James Lynch machte einen Versuch, bei dem er Kinder laut vorlesen ließ: Blutdruck- und Herzfrequenzwerte der Kinder ,die einen Hund bei sich hatten, waren signifikant niedriger als bei Kindern ohne Hund. Selbst als man später den Kindern ohne Hund ein Tier dazugesellte, konnten die optimalen Werte der ersten Gruppe nie erreicht werden.

Ein 10 jähriger Junge mit einem Teddybären in der Hand, spielt mit einem sitzendem schwarzen Hund

Nach oben


Ältere Menschen

Im Leben älterer Menschen sind Tiere oft das einzige , ständige Element von Jugend und bewundernswerter Lebenskraft. Sie geben das Gefühl, gebraucht zu werden, es kümmert sie nicht, wie jemand aussieht, oder wie vital jemand ist. Bei Patienten mit Demenz-Erkrankungen helfen Hunde das Gedächtnis zu trainieren. Patienten, bei welchen das Kurzzeitgedächtnis leidet, merken sich wider Erwarten den Namen eines Hundes. Laila im Heim "Julienhöhe" geht mit PatientInnen in den Wald spazieren, sorgt aber dafür, dass sie nicht zu weit weg gehen, und auch wieder zurück kommen.

Meist sprechen Hunde nur jene alten Menschen an, die selber Tiere hatten, oder einfach in ihrer Jugend positive Erfahrungen mit ihnen gemacht haben.Besonders ältere Männer scheinen zu glauben, der Hund könne sie und ihren Schmerz verstehen, oder erfasse, was sie einmal geleistet haben. Geht man mit PatientInnen spazieren, ergeben sich auf Grund des mitgeführten Hundes immer Gespräche mit PassantInnen, was den älteren Menschen sichtlich gut tut, weil sie dabei auch ein bißchen bewundert werden.Zu Hause gehaltene Tiere älterer Menschen verstärken erwiesenermaßen Kontakte mit der Umwelt, sie sind oft Ersatz für verstorbene PartnerInnen, und dienen als ansprechbares Gegenüber.

Ein älterer Herr kniet lächelnd hinter einem sitzendem, weißen Therapiehund

Nach oben


Menschen mit Beeinträchtigungen

Der ungarische Mediziner Pethes sagt, in seinem Land habe nie ein blinder Mensch mit einem Hund Suizid verübt, während es bei Blinden ohne Hund eine hohe Selbstmord Rate gebe. Dass Tiere zu geistiger und körperlicher Aktivität anregen, kann man besonders gut bei jungen Menschen mit Behinderung sehen. Schon das Spazierenführen eines Hundes kann das Gefühl geben:

"Ich kann das auch, ich schaffe das!". Weiters kann die Grob- und Feinmotorik trainiert, und die Reaktionsfähigkeit verbessert werden. Bei autistischen Kindern scheint es, als gelinge es Tieren die Mauer zu durchbrechen, mit der die Kinder sich von ihrer Umgebung abschließen. Dazu kommt, dass Tiere, weil sie beruhigen und entspannen, Muskelverkrampfungen zu lösen vermögen. ( Tinbergen).

3 Bewohner des Behindertenheimes De La Tour sitzen in einem offenen Kofferraum und knuddeln eine dort sitzende Therapiehunde Hündin

Nach oben


Zur Rehabilitation

Sprachstörungen nach Schlaganfällen können mit Hilfe von Therapiehunden leichter überwunden werden, weil ihnen gegnüber die Hemmung zu sprechen nicht so groß ist. Das Zusammenleben mit Tieren wirkt blutdrucksenkend und kreislaufstabilisierend. Dass Tiere die Menschen zum Lachen bringen hat ebenfalls eine heilsame Wirkung. Kontakte mit anderen Menschen werden sehr oft von Tieren gestiftet, man hat sofort ein Gesprächsthema, und muss nicht mit dem lapidaren. "Wie geht es Ihnen?" anfangen. Tiere zwingen uns zu nonverbaler Kommunikation und erlauben uns emotionale Regression. Sie können ein wenig Kindheitsglück zurück bringen. (Greiffenhagen).

Erika Friedmann: Von 92 untersuchten, entlassenen HerzinfarktpatientInnen starben 14 schon im Laufe des nächsten Jahres. Man vermutete, dass soziale Bedingungen, und die Intensität und Anzahl der Kontakte zu anderen Menschen einen wichtigen Einfluss auf die Heilung hätten. Damit ließ sich aber nicht alles erklären. Nach 12 Monaten Computervergleich stand fest: PatientInnen mit Tieren besaßen signifikant bessere Überlebenschancen, unabhängig davon, was für Tiere das waren. Streicheln beruhigt nicht nur das Tier, (die Zahl der Herzschläge kann sich halbieren), eine ähnlich gute Wirkung hat es auf den Streichelnden selbst.

Ein Schäferhund trägt eine Rückentasche mit Spielzeug und hält einen Blumenstrauß im Maul

Nach oben


Strafgefangene

Die Möglichkeit für körperlichen Kontakt ist hier besonders wichtig, im therapeutischen Rahmen gibt es keine Berührungen. Tiere ermöglichen eine sinnliche Erfahrung. Tiere haben auch ihren erzieherischen Wert, denn die Erlaubnis ein Tier zu haben mussten sich Gefangene in Amerika verdienen: Die Inhaftierten wurden wesentlich verträglicher, sowohl Mitgefangenen, als auch den Wachebeamten gegenüber. Ein Vergleich mit anderen Stationen zeigte eine signifikante Abnahme der Gewaltakte und einen Rückgang der Suizidrate.

 
Login



Valid XHTML 1.0 Transitional

CSS ist valide!